Veranstaltung: Tödliches Unrecht – Das Sterben auf dem Mittelmeer im Schatten der Pandemie

Das Mittelmeer ist in diesem Jahr bereits mehr als doppelt so tödlich wie noch im letzten Jahr: Mehr als 600 Menschen sind bereits ertrunken. Trotzdem werden Rettungsschiffe weiter festgehalten und Verfahren gegen Crewmitglieder geführt.Gleichzeitig stehen über 250 sicheren Häfen bereit, Menschen auf der Flucht aufzunehmen und ein sicherer Ort zu sein.

Zusammen diskutieren wir über Wege aus dieser Menschenrechtskrise:

  • Claudia Roth, Bundestagvizepräsidentin
  • Julian Pahlke, Seenotretter und Bundestagskandidat der Grünen
  • Jana Ciernioch, Referentin SOS Mediterranee Deutschland e.V.
  • Liza Pflaum, Mitbegründerin der Bewegung Seebrücke und Aktivistin

Moderation: Jonathan Thurow, Grüne Jugend Niedersachsen

Vor etwa zwei Wochen hat das Rettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee e.V. das bisher größte Unglück dieses Jahr bezeugt und brachte Gewissheit über 130 Tote, die an diesem Tag im Mittelmeer starben. Die zivilen Schiffe sind auf dem Mittelmeer weiter auf sich alleine gestellt, während EU-Staaten die zivile Flotte regelmäßig am Einsatz hindern, Seenotfälle nicht melden und stattdessen mit der sogenannten Libyschen Küstenwache zusammenarbeiten.

An Land hat die Bewegung Seebrücke seit 2018 über 250 sichere Häfen geschaffen, hunderttausende Menschen auf die Straßen gebracht und mit beeindruckenden Aktionen wie den 13.000 Stühlen vor dem Bundestag für Solidarität und Aufnahmebereitschaft gekämpft.

Wieso sind dieses Jahr so viel mehr Menschen ertrunken als in den Jahren zuvor? Was geschieht auf dem Mittelmeer im Schatten der Pandemie? Wie können die starken gesellschaftlichen Bewegungen gerade überhaupt aktiv werden? Was muss sich in der nächsten Bundesregierung ändern und was erwarten Organisationen und Bewegungen von den Grünen? Was kann deutsche Politik überhaupt an der Lage im Mittelmeer ändern?

Zur Anmeldung geht es hier:

https://zoom.us/meeting/register/tJwqdeyurjwoHtM6B6qtHqDcdspBv9kI829a

Der Link zur Teilnahme wird automatisch versendet.

Leer ist sicherer Hafen!

Am 25. März hat der Stadtrat Leer ein Zeichen der Solidarität beschlossen. Die Stadt steht an der Seite der zivilen Rettungsorganisationen und möchte für geflüchtete Menschen ein sicherer Hafen sein.
Über 200 Städte haben sich dazu bereit erklärt, aber Horst Seehofer verhindert die breite Hilfsbereitschaft und lässt stattdessen Schiffe vor den Häfen warten und Menschen in den Abschreckungslagern ausharren.

Die solidarischen Städte sind längst der Beweis, wie groß die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist und wie groß die Ignoranz des Innenministers.

Besuch bei Borussia Leer

Diese Woche hab ich mich mit Mario von Borussia Leer getroffen!

Mit einer bisher einmaligen Aktion solidarisiert sich der Fussballverein mit den Crewmitgliedern der IUVENTA von Jugend Rettet. Gegen die IUVENTA wurde in Italien ermittelt und nun auch noch Anklage gegen einige der zehn Crewmitglieder erhoben. Deshalb verzichtet Borussia Leer auf ihren Trikots auf die üblichen Sponsoren-Logos und macht stattdessen bei jedem Spiel auf die Lage im Mittelmeer und die Kriminalisierung aufmerksam.

Insgesamt sind 21 Personen in Italien angeklagt, die Menschen aus Seenot gerettet haben. Die massive Kriminalisierung hat dazu geführt, dass immer weniger Schiffe im Einsatz sein können und folglich noch mehr Menschen ertrinken.
Es ist aber nicht die Aufgabe der zivilen Seenotrettung, Menschen auf dem Mittelmeer zu retten und sich am Ende dafür anklagen zu lassen. Es wäre Aufgabe der europäischen Staaten und der Bundesregierung etwas gegen das Sterben zu unternehmen.